Das Projekt

Aufgrund der eindrucksvollen und intensiven Erfahrungen, die im Rahmen der Begegnung mit ehemaligen ZwangsarbeiterInnen aus der Ukraine im Juni 2003 in Marburg gesammelt wurden, beschloss die Geschichtswerkstatt Marburg eine weitere Begegnungswoche zu organisieren, um mit den Opfern des NS-Zwangsarbeitssystems in direkten Kontakt zu treten und das nicht wieder gut zu machende Leid und Unrecht anzuerkennen und zu würdigen.

Diesmal wurden ehemalige polnische ZwangsarbeiterInnen eingeladen, da aus Polen besonders viele Menschen zur Arbeit nach Deutschland verschleppt wurden. Ihr Schicksal fand - bedingt durch den Kalten Krieg - in den Nachkriegsjahren wenig Beachtung. Mindestens 290 Polinnen und Polen wurden zur Zwangsarbeit in Marburg eingesetzt.

Die Anfragen bei den betroffenen Personen in Polen stießen auf eine äußerst große und positive Resonanz: 15 polnische Gäste mit ihren Begleitpersonen, darunter 8 in Marburg geborene, kamen am 3. Oktober 2004 zur Begegnungswoche nach Marburg.

Ehrenamtlich tätige Mitglieder der Geschichtswerkstatt Marburg und engagierte Marburger Bürgerinnen und Bürgern betreuten die Gäste individuell, was von allen Beteiligten als sehr intensiv, hilfreich und bereichernd empfunden wurde.

Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Richtsberg-Gesamtschule und der Theodor-Heuss-Schule nutzten die einmalige Chance, den ZeitzeugInnen zu begegnen und sie nach ihrem Schicksal zu befragen.

Im Rahmen eines Workshops mit MitarbeiterInnen von Radio Unerhört Marburg und der Geschichtswerkstatt Marburg bereiteten sich die Schülerinnen und Schüler gezielt auf die Interviewführung und das Thema vor.

Die Begegnung und Befragung wurde von Radio Unerhört Marburg (RUM) begleitet und unterstützt. Ergebnis ist die Audiodokumentation und Transkription der von den SchülerInnen  mit 14 ZeitzeugInnen geführten Interviews sowie die Ausstrahlung themenspezifischer Sendungen.

Aus den Berichten der ZeitzeugInnen entwickelten die SchülerInnen in Zusammenarbeit mit Radio Unerhört Marburg (RUM) und dem Theater am Schwanhof (TaSch) eine szenische Lesung´(Manuskript lesen), die am 12. Januar 2005 um 19 Uhr im Theater am Schwanhof auf der Bühne und bei Radio Unerhört Marburg auf 90.1 MHz live übertragen wurde.

Das Projekt wurde unterstützt von der Stadt Marburg und der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" Fonds "Erinnerung und Zukunft".

Beteiligte Organisationen

Geschichtswerkstatt Organisation, Durchführung, Koordination des Projekts; Einladung und Betreuung der Gäste

http://gw-marburg.online-h.de/

     
Radio Unerhört Marburg Begleitung und Dokumentation: Aufnahme, Audio-Bearbeitung und Transkription der Interviews, mediale Begleitung mit Sondersendungen, Mitentwicklung und Live-Übertragung der szenischen Lesung http://www.radio-rum.de
     
Richtsbergschule Begegnung http://www.richtsbergschule.de/rgs/
     
Theodor-Heuss-Schule Begegnung http://stud-www.uni-marburg.de/~Ths/
     
Stadt Marburg Unterstützung http://www.stadt-marburg.de/
     
Zukunftsfonds Unterstützung http://www.zukunftsfonds.de/
     
Hessiches Landestheater Marburg szenische Lesung http://www.hlth.de/

 

 


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