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Erklärungen zum Weltgeschehen, also lauter Argumente gegen Kapitalismus
jeden Mittwoch, 18.30 - 19.00 Uhr (Wiederholung: Donnerstag, 0.30 und 13.30 Uhr), und Freitag, 19.00 – 20.00 Uhr am 2. Freitag im Monat (Wiederholung: Montag, 6.00 Uhr)
Von der Sendung GegenStandpunkt sind keine teilnahmsvollen Überlegungen zu der Frage zu erwarten, ob das hiesige Ausbildungswesen Deutschlands Humankapital vermasselt oder ob Flächentarifverträge noch in die sozialpolitische Landschaft passen. Wir haben keine Vorschläge, welches Image sich die PDS verpassen sollte, plädieren weder für bessere Präsidenten in Weißrussland noch für ein alternatives Konzept für die Sanierung Ungarns oder bei Airbus.
Alles das gibt es schon.
Erklärungen zum Weltgeschehen, also lauter Argumente gegen Kapitalismus
jeden Mittwoch, 18.30 - 19.00 Uhr (Wiederholung: Donnerstag, 0.30 und 13.30 Uhr), und Freitag, 19.00 – 20.00 Uhr am 2. Freitag im Monat (Wiederholung: Montag, 6.00 Uhr)
Von der Sendung GegenStandpunkt sind keine teilnahmsvollen Überlegungen zu der Frage zu erwarten, ob das hiesige Ausbildungswesen Deutschlands Humankapital vermasselt oder ob Flächentarifverträge noch in die sozialpolitische Landschaft passen. Wir haben keine Vorschläge, welches Image sich die PDS verpassen sollte, plädieren weder für bessere Präsidenten in Weißrussland noch für ein alternatives Konzept für die Sanierung Ungarns oder bei Airbus.
Alles das gibt es schon.
Die Organe der demokratischen Öffentlichkeit sind pausenlos damit beschäftigt, beim Publikum und dessen Regierenden Mahnungen und Verbesserungsvorschläge einzureichen. Und der Pluralismus der Standpunkte, von denen aus das geschieht – im Namen der Umwelt, der Globalisierung oder des "Rucks", der durchs Land zu gehen hätte – ist schon groß genug.
Wenn wir in unseren Beiträgen auf etliche der sog. Tagesereignisse eingehen, mit denen die professionellen Meinungsbildner sich Tag für Tag kommentierend und meinungsbildend befassen, dann deswegen, weil uns daran immer von Neuem das Gegenteil auffällt: nämlich die Notwendigkeit, mit der diese Tagesereignisse genau so, wie sie sich abspielen, zur Demokratie, zur Marktwirtschaft, zur Weltfriedens- und -kriegsordnung dazugehören.
Oder auch umgekehrt formuliert: Diese Tagesereignisse und Skandale werfen ein schlechtes und unverbesserliches Licht auf die "Prinzipien unseres Zusammenlebens", die ansonsten von Presse und Öffentlichkeit immer nur gelobt und verteidigt werden.
Deswegen decken wir in der Sendung GegenStandpunkt keine Skandale auf. Im Gegensatz zu "Bild" oder "taz", "konkret" oder "Spiegel" halten wir die Hetze gegen Sozialhilfeempfänger, das ausländerfeindliche Zuwanderungsgesetz oder die Internierung der US-Gefangenen auf Guantanamo nicht für Abweichungen von einer guten Norm. Wir erkennen darin bloß Fälle und Unterfälle von Grundsätzen und Sachzwängen, die tatsächlich in Kraft sind und als höchste menschenrechtliche Werte einen unbestritten guten Ruf genießen. Wenn sich bei unseren Erläuterungen der Eindruck eines gewissen Zynismus aufdrängt, so ist das schon ganz richtig: Uns geht es genauso, wenn wir uns mal wieder klarmachen, wie konsequent etwa die Standortpolitik zu dem Elend führt, deren Extremfälle dann amtlich berufene Berichterstatter skandalisieren, womit die normale Armut auch moralisch in Ordnung geht.
Dass die Sendung GegenStandpunkt mit den Bemerkungen zu den aufgespießten Ereignissen nicht immer aktuell ist, ist uns aus den gleichen Gründen egal. Wir haben nicht die Not, der jeweils frischesten Gemeinheit postwendend einen hochmoralischen Unvereinbarkeitsbeschluss mit den real existierenden Verhältnissen nachzureichen; wir wollen uns auch nicht auf diese Weise als korrekte Interpreten des Tagesgeschehens interessant und beliebt machen. Die Gründe für die alltäglichen Begebenheiten in diesem "besten aller Systeme", die wir bemerken und bemerkenswert finden, die erscheinen uns auch dann noch mitteilenswert, wenn der Fall schon wieder fast in Vergessenheit geraten ist.
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